Die Guten ins Töpfchen …

Letztens habe ich in einer Tageszeitung sinngemäß folgendes gelesen:

… Menschen sind wie Bücher. Manche täuschen dich mit dem Umschlag und einige überraschen dich dann mit dem Inhalt …

Ich stutzte beim Lesen und grübelte darüber nach. Ja, dem ist wohl so. Bei mir selber beobachte ich es ebenso recht häufig. Auf Grund unserer reichlich bebilderten Erfahrungen, welche wir von überall ringsumher aufnehmen, „sortieren“ wir unsere Mitmenschen schon beim ersten Anblick quasi „automatisch“ vor. Frei nach den Grimmschen Märchen: „Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.“
Bevor wir uns also mit unserem Gegenüber tiefer gehend beschäftigen (können), haben wir sie oder ihn bereits fix und fertig in eine unserer vielen (Gedanken-)Schubladen einsortiert.
Oft kommen so die Menschen, die uns vielleicht etwas mitzuteilen hätten oder ein Gewinn für uns wären, gar nicht mehr zu Wort. Sie sind offensichtlich in der „falschen“ Schublade gelandet.

Nachtrag: Kaum habe ich meine Gedanken zu diesem Thema hier niedergeschrieben, da bin ich über diesen Blogbeitrag Sei nicht voreingenommen von In10sivleben gestolpert. Lesenswert.

Das dieses obige Zitat letztlich ’nur‘ aus der Kiste eines dieser Facebook-Bilderzitate-Macher stammt, ging mir erst recht spät auf, aber es kommt ja auf den Inhalt und nicht auf die bebilderte Schublade an. Nicht wahr? 😉

Freundschaften leben

Gemütliches Kaminfeuer

Freundschaften müssen gepflegt werden, sehr gewissenhaft sogar, das ist klar. Besonders dann, wenn diese Freundschaften auf recht große Entfernungen „funktionieren sollen“ und das über lange Jahre hinweg. So einfach mal am Abend mit einer Flasche Rotwein quer über die Straße gehen, gestaltet sich dann schon etwas schwieriger. Der Alltag hat da so seine Gemeinheiten parat.

Sicherlich gibt es viele technische Hilfsmittel, die solche großen Entfernungen zu überbrücken helfen. Doch wie gehe ich mit der zunehmenden inneren Entfernung um?

Diese Frage beschäftigt mich schon eine ganze Zeit, einen fassbaren Gedanken oder gar eine Antwort habe ich allerdings noch nicht gefunden. Schaue ich die letzten Jahre zurück, dann sehe ich, das es auch noch andere, früher recht enge, Freundschaften, hier lokal vor Ort, betrifft.

Liegt es am mittlerweile eingekehrten (Familien- und / oder Arbeits-) Alltag, am inneren Schweinehund, der mich am Aufraffen hindert, die gelegentliche bleierne Müdigkeit, gar an fehlenden gemeinsamen Themen und Zielen, an dem geistigen Zumüllen via Facebook (mein FB-Account ist gegenwärtig deaktiviert) und anderen „sozialen“ Medien, an dem zu oft „Hier schreien“, weil sonst notwendige Aufgaben im sozialen Umfeld nicht erledigt werden würden, liegt es am zunehmenden Alter … ??? Wie seht Ihr das?

2017 und in den folgenden Jahren sollte dieses Thema wohl ganz oben auf meiner Agenda stehen.

Nachlektüre