Wenn es nur einmal so ganz stille wäre

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Wenn es nur einmal so ganz stille wäre

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen –

Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken
und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.

Rainer Maria Rilke

Freundschaften leben

Gemütliches Kaminfeuer

Freundschaften müssen gepflegt werden, sehr gewissenhaft sogar, das ist klar. Besonders dann, wenn diese Freundschaften auf recht große Entfernungen „funktionieren sollen“ und das über lange Jahre hinweg. So einfach mal am Abend mit einer Flasche Rotwein quer über die Straße gehen, gestaltet sich dann schon etwas schwieriger. Der Alltag hat da so seine Gemeinheiten parat.

Sicherlich gibt es viele technische Hilfsmittel, die solche großen Entfernungen zu überbrücken helfen. Doch wie gehe ich mit der zunehmenden inneren Entfernung um?

Diese Frage beschäftigt mich schon eine ganze Zeit, einen fassbaren Gedanken oder gar eine Antwort habe ich allerdings noch nicht gefunden. Schaue ich die letzten Jahre zurück, dann sehe ich, das es auch noch andere, früher recht enge, Freundschaften, hier lokal vor Ort, betrifft.

Liegt es am mittlerweile eingekehrten (Familien- und / oder Arbeits-) Alltag, am inneren Schweinehund, der mich am Aufraffen hindert, die gelegentliche bleierne Müdigkeit, gar an fehlenden gemeinsamen Themen und Zielen, an dem geistigen Zumüllen via Facebook (mein FB-Account ist gegenwärtig deaktiviert) und anderen „sozialen“ Medien, an dem zu oft „Hier schreien“, weil sonst notwendige Aufgaben im sozialen Umfeld nicht erledigt werden würden, liegt es am zunehmenden Alter … ??? Wie seht Ihr das?

2017 und in den folgenden Jahren sollte dieses Thema wohl ganz oben auf meiner Agenda stehen.

Nachlektüre

Abschied

Das Universum kann ganz gut ohne uns Menschen auskommen und wir sind vermutlich nur ein ganz kleiner unbedeutender Staubkrümmel im üblichen Getriebe der Himmelsmechanik, aber wir Menschen, wir Menschen sind auf unseren blauen Planeten angewiesen. Gegenwärtig können wir nicht ohne ihn. Was machen wir im großen und kleinen Ganzen daraus? Wie nutzen wir unsere Lebenszeit?

28. Dezember 2016

Unabhängig davon, ob unsere Freude riesengroß oder unsere Trauer und unser Schmerz unstillbar scheint … Das ‚Riesenrad des Universums‘ dreht sich unabänderlich und unbeeindruckt von unserem Treiben immer fort. Ein Wunder gleich …

Im stillen Gedenken und tiefer Dankbarkeit. Astrid, Du fehlst uns Großen und den Kleinen wirklich sehr. Es ist schade und so traurig, dass Du nicht noch mehr Lebenszeit hattest, um mit zu erleben, wie die kleinen Geister aufwachsen. Jetzt, wo unsere „Großen“ nach und nach den Start ins eigene Leben wagen und Dein hilfreicher Rat für sie immer da war, Deine Worte fehlen … Wir hätten Dir so viel mehr gemeinsame Lebenszeit für Dich und Micha, für Eure Träume und Wünsche, für noch einen entspannten Urlaub im heißen Süden, für Euren kleinen Garten … gewünscht.

Wir werden alt und grau. Wir werden eines Tages verschlissen sein und aus der Welt verschwinden. Mit unseren Träumen ist das anders. Sie können in anderen Menschen weiterleben, wenn es uns schon längst, längst nicht mehr gibt.“ – Jostein Gaarder in „Das Kartengeheimnis“

Sternenstaub waren und werden wir auf immer sein.

Bildquelle: Der Tarantelnebel – ESO/M.-R. Cioni/VISTA Magellanic Cloud survey. Acknowledgment: Cambridge Astronomical Survey Unit • CC BY 3.0 – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Universum